Hier eine kurze Beschreibung des Ortes, in dem die meisten unserer Angebote angesiedelt sind:
Sedelnikowo
Der Projektort Sedelnikowo ist das Zentrum des gleichnamigen Rayons (Kreises) im Omsker Gebiet der russischen Föderation.
Der Ort liegt etwa 300 km nordöstlich der Millionenstadt Omsk im Randgebiet des für sibirische Verhältnisse dichtbesiedelten Waldsteppengebietes. Nach Norden ist so gut wie keine Besiedlung zu verzeichnen. Sedelnikowo liegt am Fluss Ui, der nach etwa 250 km in den Strom Irtysch mündet.
Der Ort hat etwa 5.000 Einwohner, der gesamte Rayon etwa 13.000 auf einer Fläche von ca. 5.000 Quadratkilometern. Die meisten Orte befinden sich konzentriert am Ufer des Ui, Teile des Rayons sind unbewohnt.
Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Neben der obligatorischen Eigenversorgung gibt es Großbetriebe (Kolchosen). Weitere Wirtschaftszweige sind Forstwirtschaft und Baubetriebe.
Sedelnikowo ist durch eine feste Straße mit Omsk verbunden und wird täglich zwei- bis dreimal von Bussen aus Omsk angefahren. Die Fahrzeit beträgt ca. 5-6 Stunden.
Omsk wiederum ist mittelbar über Moskau oder auch direkt über Fluglinien mit Deutschland verbunden, es gibt täglich mind. zwei Flugverbindungen. Die Reisezeit Hannover-Sedelnikowo beträgt in der schnellsten Variante (Flug) ca. 10 Stunden.
Sedelnikowo und das Gebiet Omsk gehören zu den politisch ruhigsten und wirtschaftlich stabilsten Regionen Russlands.
Hier versteht man, was es bedeutet, dass "Moskau weit ist".
Zusammen mit der sprichwörtlichen Offenheit und Gastfreundschaft der Sibirier entsteht eine Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit.
Die Menschen dort sind es gewohnt, jeden Fremden offen aufzunehmen, egal wer er ist und wo er herkommt. Man hat sofort das Gefühl, dazuzugehören. Dies ist aus der Tradition heraus verständlich: Das Land war menschenleer, ist auch heute noch. Land zum Bearbeiten gibt es mehr als genug. Also ist jeder Fremde, der sich vielleicht entschließt, zu bleiben, ein Gewinn für die Gemeinschaft, selbst wenn er doch weiterzieht, bringt er doch Neuigkeiten und Interessantes aus der Welt Weitweg. Selbstverständlich erwartet man aber von denjenigen, die bleiben und sei es auch nur für ein Jahr, dass sie die Traditionen und Gepflogenheiten achten.
Der Projektort ist einerseits so provinziell, dass organisierte Kriminalität, Drogen (außer der Volksdroge Alkohol), Konsumhaltung etc. keine Rolle spielen, besitzt andererseits eine komplette Infrastruktur, bestehend aus:
- Kreiskrankenhaus, Apotheke
- Berufsschule, deren Möglichkeiten mitgenutzt werden können
(z.B. die Tischlerwerkstatt)
- Einkaufsmöglichkeiten (Lebensmittel, Bekleidung, Einrichtung etc.)
- Bibliothek, Museum, Musikschule, Kulturhaus mit Kunstzirkeln
Die Umgebung mit Taiga und Fluss ist ideal für zeitlich begrenzte Outdoor-Aktivitäten. Das Leben der Bevölkerung ist fest mit der sie umgebenden Natur verknüpft.
So wird seit 1990 ausschließlich ökologische Landwirtschaft betrieben.
Die Versorgungslage ist stabil, da sich das Dorf im Lebensmittelbereich selbst versorgt.
Die gesundheitliche Versorgung wird durch das Kreiskrankenhaus abgesichert, das den meisten Problemfällen gewachsen sind. Der vielerorts dokumentierte Medikamentenmangel ist dort so nicht zu spüren, man wird zwar gebeten, die verwendeten Medikamente aus der Apotheke nachzukaufen, aber auch das ist kein Problem. In komplizierten Fällen ist die Behandlung durch moderne Einrichtungen in Omsk möglich, die richtig gut ausgestattet sind. Diese sind zwar teilweise privat und für russische Verhältnisse unerschwinglich teuer, die Behandlungskosten werden aber für uns über eine Auslandskrankenversicherung abgedeckt. Notfalls kann auch ein Heimtransport mit Spezialflugzeug über die Krankenversicherung organisiert werden.
Bemerkenswert sind kulturelle und sportliche Angebote gerade auch für Jugendliche. Es gibt mehrere Gesangs- und Tanzensemble, eine Musikschule, eine Sportschule, eine Station junger Touristen und vieles andere mehr.
Diese Angebote stehen natürlich auch unseren Jugendlichen offen, von der allseits beliebten Diskothek am Samstag ganz abgesehen...